Besuchsdienst

Dienstag, 17.09.2019 , 18:00 Uhr

Die Mitarbeiter/innen des Besuchsdienstes besuchen Senioren an ihren Geburtstagen und - wenn sie anzutreffen sind - auch Neuzugezogene.Am ersten oder zweiten Dienstag im Monat um 18 Uhr trifft sich der Besuchsdienstkreis im Inge-Keppler-Zimmer des Gemeindehauses zum Erfahrungsaustausch, zur Weiterbildung in der Besuchsdienst-Praxis und zur Arbeitsbesprechung. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind sehr willkommen. Besuchsdienst – ein ErfahrungsberichtHeute ist Dienstag – der zweite Dienstag im Monat und es ist gleich 18 Uhr. Ich beeile mich – und komme trotzdem als Letzter zum monatlichen Treffen der Besuchsdienst-Mitarbeiter im Inge-Keppler-Zimmer des Gemeindehauses. Die Zusammenkünfte werden von Pfarrer Vincon geleitet. Zehn sind wir, wenn sie alle kommen und ich richtig nachgezählt habe. Zu Beginn kann man über besondere Ereignisse bei den Besuchen des letzten Monats berichten und Erfahrungen austauschen. Dann werden die Besuche für den nächsten Monat verteilt. Wir besuchen zwei Gruppen von Gemeindegliedern. Einmal die Senioren zum Geburtstag, ab dem 75. Lebensjahr. In der Regel macht der Pfarrer die Besuche zu den runden Geburtstagen ab 70 und bei Hochbetagten über 90. Alle anderen übernehmen wir. Außerdem suchen wir die in die Gemeinde neu zugezogenen Personen auf. Nach der Verteilung bitten wir noch um den Segen für unsere Arbeit und dann kann‘s an dieselbe gehen.Mit den Neuzugezogenen ist es so eine Sache. In der Regel sind sie ja noch berufstätig und daher oft schwer anzutreffen. Sie erhalten den neuen Gemeindebrief mit einem Begleitschreiben. Bei vielen merkt man sofort, dass sie „mit der Kirche nicht viel am Hut haben“ und manchmal bekommt man es auch gesagt. Aber oft wird man doch hereingebeten, und es kommt dann zu einem für beide Seiten informativen Gespräch. Im Gegensatz dazu wird man von den Geburtstagskindern häufig schon erwartet. Für die meisten ist es ja nicht das erste Mal, dass sie besucht werden. Man kommt rein, begrüßt sich, und es kommt zu einem ganz normalen Gespräch über Gott und die Welt, wobei die Welt in der Regel im Vordergrund steht. Wenn die oder (seltener) der Betreffende Probleme hat, krank oder verzweifelt ist, kann es aber schon gelegentlich vorkommen, dass man seelsorgerlich gefordert wird, wie auch der Umgang mit Demenzkranken Einfühlungsvermögen erfordert.Zeit meines Lebens hatte ich etwas Probleme, die richtigen Gesprächsthemen zu finden. Bei den Senioren spielt das überhaupt keine Rolle; die wollen selbst erzählen – dir erzählen – manchmal ihr ganzes Leben, und das kann dauern. Wenn du auch mal was zum Thema einwerfen möchtest, wird das oft mit einem beiläufigen „aha“ kommentiert und sofort der alte Faden wieder aufgenommen. Und dann wundere ich mich, wenn am Schluss der Satz fällt: „Das war jetzt aber ein wunderbares Gespräch; damit haben Sie mir wirklich ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht.“Sollte ich als Vertreter der Kirche nicht doch öfter auf Glaubensdinge zu sprechen kommen? Diese Frage stellt sich manchmal. Aber ist es nicht reinste Seelsorge, wenn es gelingt, wie auch immer, einen Menschen – was sage ich, zwei Menschen! – für eine Zeit zufrieden, für Augenblicke vielleicht sogar glücklich zu machen? Denn wo zwei von euch in meinem Namen zusammen sind, da ... eben!Dr. Peter Malzacher

Veranstalter:
Evang. Kirchengemeinde Ludwigsburg-Auferstehungskirche

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